Jude Law als Putin-Maske: „The Wizard of the Kremlin“ seziert Macht als InszenierungAssayas’ Film blickt nicht frontal auf den Kreml-Herrscher, sondern über die Schulter eines Vertrauten: Paul Dano spielt den fiktiven Berater Wadim Baranow, angelehnt an Wladislaw Surkow. Aus dieser Perspektive entfaltet sich eine Chronik des Aufstiegs – durch postsowjetisches Chaos, Loyalitätsrituale und die kalte Grammatik der Herrschaft. Jude Law erscheint dabei als maskenhafte Projektionsfläche: blondiertes Toupet, strenger Seitenscheitel, versteinertes Gesicht; ein Präsident, der Präsenz simuliert und Undurchschaubarkeit zur Strategie erhebt. Der Stoff basiert auf dem Bestseller von Giuliano da Empoli, geschrieben vor dem Angriff auf die Ukraine – ein Detail, das die Filmlektüre doppelt scharf stellt. Denn was als fiktionalisierte Innenansicht beginnt, wirkt heute wie ein Kommentar zur Kriegslogik eines Regimes, das seine eigene Geschichte mythologisiert. Assayas interessiert weniger der „Mensch Putin“ als die Maschine dahinter: Apparate, Bilder, Erzählungen. Genau darin liegt die Stärke des Films – und seine Zumutung. Für das Starpublikum in Venedig ist „Wizard“ ein unerwartet spröder Auftakt: weniger Biopic, mehr Systemanalyse. Law verführt nicht, er entzieht; Dano führt hinein, ohne zu erklären. So zwingt der Film zu einer Frage, die über die Leinwand hinausweist: Wie viel Fiktion verträgt politische Wahrnehmung – und wie viel brauchen wir, um Mechanismen überhaupt zu erkennen? Die Antwort fällt im nächsten Wettbewerbsblock radikal anders aus. Dort arbeitet ein dreifacher Oscar‑Preisträger an der ältesten Monstergeschichte der Moderne – und erklärt, warum sie heute dringlicher klingt als je zuvor. |
Monster auf der Leinwand – und in der Wirklichkeit? Venedigs Starpower zwischen Fiktion und Gegenwart Hier geht's weiter: Schon gewusst? Die Filmfestspiele von Venedig zählen zu den ältesten und renommiertesten Festivals der Welt – gegründet 1932, locken sie bis heute Stars, Kritiker und Branchenvertreter gleichermaßen an den Lido. In ihrer langen Geschichte wurden hier immer wieder Filme gezeigt, die weit über das Kino hinaus gesellschaftliche Debatten prägten. Schon die Premiere von Luchino Viscontis „Senso“ oder Stanley Kubricks „Eyes Wide Shut“ unterstrichen, wie eng Venedig Kunst und Zeitgeschehen verknüpft. Typisch für das Festival ist, dass es Stars wie Jude Law, Emma Stone oder Christoph Waltz nicht nur als glamouröse Gesichter präsentiert, sondern als Teil einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit der Gegenwart. Die Wettbewerbssektion, in der auch Produktionen wie Guillermo del Toros „Frankenstein“ oder Giorgos Lanthimos’ „Bugonia“ laufen, gilt als Gradmesser für Themen, die das Kino in den kommenden Jahren prägen werden. Immer wieder hat Venedig Filme hervorgebracht, die später große Preise gewannen – darunter Oscargewinner wie „Nomadland“ oder „Roma“. Besonders auffällig ist dabei, wie häufig mythische Stoffe oder historische Figuren als Spiegel für aktuelle Fragen inszeniert werden. Ein weiteres Markenzeichen: Die Nähe zu politischer Aktualität. Ob durch Dokumentationen über Krieg und Krisen oder durch Spielfilme, die Macht, Kontrolle und V***********g reflektieren – Venedig versteht sich längst nicht mehr nur als glamouröser Auftakt in die Herbstsaison, sondern als Resonanzraum für globale Debatten. Dass 2025 ausgerechnet Themen wie Monstrosität, Hybris und Machtmissbrauch im Zentrum stehen, fügt sich in diese Tradition. Es zeigt, dass das Festival nicht nur Leinwand, sondern auch gesellschaftliches Seismogramm sein will – und darin liegt sein unverwechselbarer Platz im internationalen Festivalreigen. Keywords: Venedig Filmfestival, Filmfestspiele Venedig, Jude Law Putin, Guillermo del Toro Frankenstein, Emma Stone Bugonia, Christoph Waltz Venedig, Oscar Isaac Venedig, Jesse Plemons Venedig, Giorgos Lanthimos Film, Olivier Assayas The Wizard of the... |

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